TYPO3 4.0 – auf dem Weg zum Enterprise Content Management System
Nun ist es endlich so weit. Mit etwas Verspätung steht ab sofort das Content Management System TYPO3 Version 4.0 zur Verfügung. Wir haben in der vergangenen Wochen schon die Beta Versionen getestet und es ist nicht zu übersehen, dass mit der Version 4.0 ein neues Zeitalter für TYPO3 beginnt. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:
Workspaces
In der Version 4.0 kommt erstmals die von Kaspar Skårøj entwickelte Erweiterung Workspaces zum Einsatz. Bei vorangegangen Versionen von TYPO3 wurden immer wieder die zu geringen Redaktions-Workflow Funktionen bemängelt, die vor allem bei umfangreicheren Projekten unbedingt notwendig sind.
Workspaces ermöglicht eine umfangreiche Verwaltung des TYPO3 Lebenszyklus von sog. „Branch“ ganzen Seitenbäumen, über „Page“ einzelne Seiten bis hin zu „Element“ einzelne Datensätze. Dabei besteht die Schlüsselfunktion von Workspaces in der Versionierung von Inhalten, die es den Redakteuren ermöglicht Seiten und einzelne Contentelemente zu bearbeiten, ohne dass diese gleich veröffentlicht und somit für den Besucher sichtbar sind. Mit den entsprechenden Rechten können die versionierten „Entwürfe“ auch „drafts“ genannt, gegen die „Live Inhalte“ ausgetauscht werden.
Die Implementierung komplexer Redaktions- Workflows wird also zukünftig eine der Schlüsselfunktionen von TYPO3 sein und auch ein weiter Schritt hin zu einem Enterprise Content Management System.
DAM
DAM steht für Digital Asset Management System. Die vormals als Extension angebotene Erweiterung steht in der Version 4.0 als Standardkomponente zur Verfügung und ersetzt den Bereich „Filelist“, der innerhalb von TYPO3 zur Verwaltung von Dateien gedient hat. Neben dem Import und Export von Dateien und den bekannten Funktionen eines Filesystem, wie kopieren, löschen, umbenennen und verschieben, verfügt das DAM über die Möglichkeit zur Vergabe von Metainformationen und Kategorien zu den jeweiligen Dateien.
Die Rechteverwaltung von TYPO3 macht es möglich, dass den Redakteuren die benötigten Dateien nicht in Form eines Filesystems angeboten werden, sondern über Kategorien und Metainformationen über eine integrierte Suchfunktion ausgewählt und als Asset bereitgestellt werden können. Gerade bei umfangreicheren Projekten und Intranet Lösungen, die meist eine umfangreiche Dateiverwaltung benötigen, kommen die Vorteile des DAM zum tragen.
Neben der Dateiverwaltung für Redakteure eignet sich das DAM aber auch zum Einsatz als Frontendmodul. Die Metainformationen könnten beispielsweise zur Darstellung von Bildgalerien, oder Produkten eines Online Shops dienen. Auch der Einsatz als Literaturdatenbank oder Verzeichnis ist ohne weiteres denkbar.
Das DAM erfüllt eine weitere Anforderung an ein Enterprise Content Management System und macht den Einsatz von TYPO3 als Extra- oder Intranetlösung mit umfangreicher Dateiverwaltung noch interessanter.
DBAL Version 1.0 (Database Abstraction Layer)
DBAL ist eine API (Application Programming Interface) zur Integration unterschiedlicher DBMS (Datenbankmanagementsystem). DBAL arbeitet unter anderem mit PEARDB und ADOdb zwei bereits existierenden Datenbank-Übersetzung-Bibliotheken die MySQL, PostgreSQL, Interbase, Firebird, Informix, Oracle, MSSQL, Foxpro, Access, ADO, Sybase, FrontBase, DB2, SAP DB, SQLite, LDAP u.a. Unterstützen.
Damit sei nur ein kleiner Teil der unzähligen Neuerungen der Version 4.0 genannt. Darüber hinaus wurden viele Bungs behoben und ein neues Backenddesign entwickelt. Trotz der Verspätung und ein paar kleinerer Probleme ist es wirklich beeindruckend mit welcher Professionalität das Open Source Content Management System TYPO3 in den letzten Jahren weiterentwickelt wurde.
Autor: Jakob Lipps
3 Kommentare April 7th, 2006