FTFF: Pathfinder 4 als Finder-Alternative

February 10th, 2006

Apple User wissen es schon lange und werden nicht müde, es den Kollegen, die sich der dunklen Seite der Macht verschworen haben, unter die Nase zu reiben:
OS X 10.4 Tiger ist ein tolles System!

Toll für die Consumer, die durch iTunes, iPhoto, iWeb, iMovie auf ihrem iBook oder iMac oftmals die ersten stressfreien Erfolge im Umgang mit digitalen Medien erleben. Prinzip iLife: die abstrakte Technik (Computer) tritt in den Hintergrund, die konkrete Anwendung (bspw. Musik hören) in den Vordergrund. “You take away the machinery…”, wie Steve Jobs auf der letzten Keynote einmal mehr bedeutungsschwanger in die Audience hauchte.

Aber was ist mit uns, den PowerUsern, TerminalWizards, Web- und ApplicationDevelopern, die OS X als Entwicklungsplattform benutzen und nicht bereit sind, den Macintosh in allgemeiner iEuphorie absaufen zu lassen? Wurden wir verraten und verkauft? 10 Jahre die Stange gehalten, selbst in düstren OS 8 Zeiten nie gehardert und jetzt das, in einen Topf geworfen mit Digital-Legasthenikern?

Nein, so ist es natürlich nicht. OpenSource sei Dank können wir auf ein mächtiges Arsenal an Entwicklertools zurückgreifen. Wir können parallele LAMP Umgebungen installieren, verwenden klasse IDEs wie Eclipse, Zend Studio, X-Code, kostenlose Premium-Editoren wie TextWrangler und SubEthaEdit und all die mysteriösen Tools aus der Unixwelt, mit denen wir uns als Akademiker profilieren können und den iUsern zeigen wo der makefile Hammer hängt.

Gäbe es da nicht eine Unzulänglichkeit für die es bisher nur schwerlich Ersatz gab und die uns oft zum Wahnsinn getrieben hat. Der OS X Finder, die Schnittstelle zum Dateisystem. Langsam, unergonomisch, unzulänglich, oder in einem griffigen Kürzel, welches die Basis der MacCommunity spätestens seit OS X 10.0 Cheetah repetitiv postuliert: Fix The Fucking Finder!

Die Überarbeitung des Finders stellt die Apple Entwickler vor ein Dilemma mit dialektischen Ausmaßen. Während die iUser möglichst wenige Schaltflächen und Optionen zur einfachsten Bedienung einfordern, verlangen die PowerUser grösstmögliche Flexibilität und Customization des Benutzerinterface. Gegensätze, die polarer nicht sein können und die die Hoffnung auf eine Reinkarnation des Finders in absehbarer Zeit zerschlagen. Und doch gibt es Licht am Ende des Tunnels: Pathfinder 4 von Cocoatech.

Pathfinder ist ein alternativer FileBrowser für OS X 10.4 Tiger mit intuitiven und mächtigen Features, der, wenn man sich denn eingearbeitet hat, eine großartige Alternative zum Apple Finder darstellt und präventiv Sehnscheidentzündungen vorbeugen kann. Einige der Schlüsselfeatures wurden dabei kongenial von aktuellen Webbrowsern abgeschaut:

  • Analog zum TabbedBrowsing kann man Dateien in Reitern geordnet darstellen lassen und so schnell und übersichtlich von einem Dateifenster ins nächste switchen.
  • In einer Verlaufsliste werden alle zuletzt “besuchten” Ordner gelistet, man kann schnell wieder zu ihnen zurückkehren.
  • In eine schnellen Vorschauansicht lassen sich sämtliche Textdokumente, PDF, Bilder, Movies und sogar MS Office Dateien anzeigen.
  • Zu jedem Dateifenster lässt sich auf einen Klick ein Terminalfenster mit aktuellem Pfadverweis öffnen.
  • Dateipfade können unixkonform kopiert werden, Dateirechte lassen sich spielend leicht setzen.
  • Zusätzlich zur Apple Spotlightsuche enthält Pathfinder eine Such-Routine, die Dateien auch jenseits des Benutzerordners in den Tiefen von /usr, /etc und /private findet und somit auch Gelegenheits-Powerusern schnellen Zugriff auf httpd.conf und php.ini erlaubt.

Diese Features seien exemplarisch genannt, Pathfinder kann noch einiges mehr und ist definitiv einen Testdrive wert, zumal das Programm nicht installiert werden muss, sondern ohne Rootrechte gestartet werden kann und bei Nichtgefallen spurlos in den Papierkorb gezogen wird…

Autor: Knut Schade

Entry Filed under: Apple, Mac und OS X, Software

1 Kommentar Kommentieren

  • 1. Jörg Hoewner  |  February 13th, 2006 at 1:42 pm

    Cool, gibts das schon als Universal Binary? ;-)

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